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Schätzing, Frank: Nachrichten aus einem unbekannten Universum Print E-mail
Written by Ulli Stefan Zähringer   
Thursday, 27 April 2006
Nach dem Roman "Der Schwarm" liefert Frank Schätzing ein Sachbuch über das Meer, genauer "Eine Zeitreise durch die Meere", wie der Untertitel es bennennt.

Der Roman "Der Schwarm" erschien 2004, es ist ein Thriller über eine marine Intelligenz, die den Kampf gegen die Menschheit aufnimmt. Schnell wurde der Roman zum Bestseller und inzwischen fanden Verhandlungen mit Hollywood über eine Verfilmung statt. Für den Roman hat Schätzing lange recherchiert, um einen sachlichen Hintergrund geben zu können. In der Einleitung zu "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" schreibt Schätzing, nur einen Bruchteil der Recherche für den Roman hätte er in diesem unterbringen können. Die ursprüngliche Idee eines kleinen Begleitbuchs wurde ein riesiges Buchprojekt mit 522 Seiten.

Das Sachbuch lädt ein zu einer Reise durch die Meere von der Entstehung der Erde bis in unsere heutige Zeit. Es ist eine Geschichte von Katastrophen und Neuanfängen, in der sich das Leben, einmal entstanden, nicht wieder auslöschen ließ. Das Meer war der Ursprung des Lebens, zumindest sieht das die Mehrheit der Wissenschaftler so. Am Anfang entstanden Einzeller, wie diese entstanden, ist allerdings ebenfalls umstritten. Diese ersten Einzeller verbanden sich später zu Mehrzellern und mit der Zeit entstanden auch größere Zellverbünde. Die Grundlage für die Besiedlung der Meere war geschaffen. Das Leben musste sich den Bedingungen anpassen, wer nicht gut genug angepasst war, dessen Gene schafften es nicht in die nächste Generation. Das Überleben des Angepasstesten, die natürliche Selektion, ist ein Bestandteil der Evolution, eine andere wichtige Rolle spielt die sexuelle Selektion. Aber auch die Erfolgreichen wurden dann doch oft wieder durch eine Katastrophe an den Rand der Ausrottung getrieben. Verantwortlich waren dafür Asteroideneinschläge, globale Eiszeiten und vermutlich eine Supernovaexplosion. Die Umwelt der Erde blieb nach der Entstehung der Erde nicht konstant, sie veränderte sich oft und für viele Lebensformen waren diese Veränderungen tödlich.

Dem Rückblick in vergangene Erdzeitalter folgt der Blick auf unsere heutigen Weltmeere. Das Entstehen von Ebbe und Flut, von Meeresströmungen, von kleinen und auch großen gefährlichen Wellen, wie einem Tsunami, wird dem Leser erläutert. Ausgehend vom Kleinen, den Bakterien, die ein Teil des Plankton sind, wird die Lebenswelt der Meere vorgestellt.

Die Meere und ihre Flora und Fauna sind ein faszinierendes Thema, aber Schätzing scheint sich dessen nicht sicher genug zu sein. Das Massenpublikum könnte sich langweilen, diese Bedenken liest man zwischen den Zeilen. Er entschuldigt sich bei der Verwendung von Fremdwörtern oder beschwichtigt den Leser, die trockene Theorie würde gleich zu Ende sein. Schätzings Sachbuch ist ein Bestseller geworden, viele Menschen informieren sich über ein bisher stiefmütterlich behandeltes Thema. Man sollte dies positiv sehen, denn er vermittelt durchaus viele Informationen und berichtet an vielen Stellen doch ausführlicher, als man es bei diesem Schreibstil erwarten würde. Mit weniger Anekdoten und rigider Witzigkeit wäre das Buch jedoch noch weit besser geworden. Das Konzept ein Thema mit ein paar Anekdoten aufzulockern, soll nicht verworfen werden, aber in einem gesunden Rahmen und ohne Anspielungen auf Dieter Bohlen.

Die versuchten Auflockerungen sind manchmal auch bedenklich. Die Evolution taucht als personifizierte Dame auf und das Leben der Tiere wird mit Gefühlen und Gedanken verziert. Der laxe Umgang mit dem Evolutionsbegriff ist unangebracht, denn gerade die Evolution wird oft noch immer missverstanden, und Schätzing schreibt wenig, um dies zu ändern.

Der Pelikanaal wird als eines der wenigen Lebewesen der dunklen Tiefsee erwähnt, welches kein Leuchtorgan besitzt. Der Autor amüsiert sich über sein seltsames Aussehen, bei dem er auch ohne Leuchtorgan besser dran wäre. Er hat jedoch eines. Die Übersichtstabelle am Ende des Buches über die Erdzeitalter hat einen kleinen Tippfehler, statt Klänozoikum sollte dort Känozoikum stehen. Trotz diesen negativen Anmerkungen ist das Buch jedoch immer noch lesenswert.

Fazit:

 

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Schätzing, Frank: Nachrichten aus einem unbekannten Universum. Eine Zeitreise durch die Meere

Last Updated ( Friday, 23 June 2006 )
 
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