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Daniel Richter und die Straßenkünstler Print E-mail
Written by Ulli Stefan Zähringer   
Tuesday, 21 August 2007

Ein Experiment: "zwischen Leuten zu sitzen, die Künstler spielen, als Künstler zu sitzen" nennt es die FAZ, wenn sich Daniel Richter inkognito zwischen die Pariser Straßenkünstler mischt. Richter hat für jeweils 5 Euro Porträts gezeichnet. 8 dieser Zeichnungen befinden sich auf der Feuilleton-Titelseite der FAZ vom 18. August 2007 und ein längerer Artikel folgt. "Spielen" die Straßenkünstler also nur die "Kunst", während sich Richter als wahrer Künstler beweist?

Bis zum 4. August war eine große Ausstellung von Daniel Richters Werken in der Hamburger Kunsthalle. Wer dort war und sie gesehen hat, war sicherlich begeistert. So deutlich seine Begabung in diesen Gemälden zum Ausdruck kommt, so unweigerlich ist anzuerkennen, dass er als Straßenkünstler, milde ausgedrückt, versagt. Auf 6400 Euro schätzt die FAZ den Realwert einer einzelnen Zeichnungen, vergisst dabei aber ungeniert, dass auch durch diesen Umstand die Zeichnungen keinen Deut besser werden.

Die Porträts kümmern sich nicht um die menschliche Anatomie, müssen sie auch nicht, aber wie man die Zeichnungen auch anschaut: Die Bilder wirken starr und sind ohne jeglichen Ausdruck. Viel mehr erinnern sie an "Jeder kann malen"-Bücher bei denen Werke der Kursteilnehmer vor dem Lehrgang abgedruckt sind.

Daniel Richter wird nach dem Ausflug auf die Straße seine Bilder wieder im Atelier malen. Dort wird er sicher auch weiter Werke mit der gewohnten Qualität anfertigen. Nur die Straßenkünstler zu denen er sich gesellt hat, die der FAZ-Artikel von oben herab betrachtet, bei denen ist er untergegangen. Das selbst diese Werke eine Feuilleton-Titelseite füllen können, 6400 Euro Wert sein sollen und über die minderwertige Qualität kein Wort verloren wird, viel mehr noch, sie wohlwollend mit Werken von anderen berühmten Künstlern verglichen werden, all das sollte nachdenklich stimmen.

 

Last Updated ( Wednesday, 12 September 2007 )
 
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