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Gewinner und Verlierer Print E-mail
Written by Ulli Stefan Zähringer   
Monday, 27 August 2007

In einer S-Bahn Station wirbt ein Plakat mit „Niemand trainiert um Zweiter zu werden!“ für Sportschuhe. Die Fahrgäste gehen oder kommen von der Arbeit und werfen dem Plakat allenfalls einen flüchtigen Blick zu. Sie trainieren bereits für den ersten Platz - täglich.

Einer von ihnen steht wartend davor. Er trägt einen schwarzen Boss-Anzug und eine Rolex, aber er liest das Buch „Getting Things Done“. Ratgeberliteratur. Hat er das wirklich nötig? „Du kannst es schaffen“ suggerieren diese Ratgeber, und wenn man nur bereit ist, auf diese Botschaft hereinzufallen, dann wird man bei diesem täglichen Kampf länger mithalten können.

Es gibt Gewinner und es gibt Verlierer. Eine einfache und simple Aussage. Nur das Verlieren ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema geworden. Es gilt, um jeden Preis zu gewinnen. Keiner will zu den Verlierern zählen, aber doch sind sie unter uns. Oft sehen sie uns zum Verwechseln ähnlich.

Wer sind diese Verlierer? Der Film „Little Miss Sunshine“ widmet sich ihnen. Auf amüsante Weise erzählt der Film, wie jeder auf seine ganz eigene Art verlieren kann; wie unvermeidlich und ungerecht dies sein kann. Halt und Kraft finden wir nicht in der Wettbewerbsgesellschaft. Es ist die Familie, die der Film in den Vordergrund rücken will.

Die S-Bahn fährt in die Station ein. Der Mann klappt das Buch zu, ein Finger ruht noch zwischen den Seiten. Er zwängt sich mit den anderen Passagieren durch die Öffnung.

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Last Updated ( Friday, 14 September 2007 )
 
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