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Der neue Roman „Der Schrecksenmeister“ von Walter Moers ist erschienen. Nach dem Buch „Die Stadt der träumenden Bücher“ ist die Messlatte hoch. Kann Moers diesem hohen Anspruch gerecht werden?
Der zamonische Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz hat ein Märchen von Gofid Letterkerl nacherzählt, Moers hat es uns endlich ins Deutsche „übersetzt“. Hinter dem Anagramm Gofid Letterkerl verbirgt sich Gottfried Keller und seine Erzählung „Spiegel, das Kätzchen“.
Echo, eine Kratze, also in Moers Zamonien eine sprechende Katze, ist nach dem Tod seiner Besitzerin nicht in der Lage sich in der Stadt Sledwaya durchzuschlagen. Er ist schließlich kurz vor dem Verhungern. Echo geht in dieser Situation mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen Vertrag ein. Nach einem Monat der vorzüglichsten Verköstigung und Einweihung in die alchemistischen Geheimnisse soll Echo mit seinem Leben bezahlen. Eißpin will ihn auskochen, ausstopfen und sein Fett für ein äußerst gewagtes alchemistisches Experiment verwenden.
Vorneweg, wer in diesem Buch ein zweites „Die Stadt der träumenden Bücher“ erwartet, wird enttäuscht werden. Nach dem der Vertrag erst einmal geschlossen ist, wird die Handlung eine lange Zeit nicht sichtbar vorangetrieben, die Kratze und der Schrecksenmeister tun dies oder das, beliebig scheint die Reihenfolge zu sein. Erst in dem letzten Drittel des Buchs werden die Fäden zusammengezogen und die Handlung wird spannend. Viele Leser werden vermutlich enttäuscht sein, weil sie anderes von Moers gewohnt sind.
Gute Autoren zeichnen sich oft auch durch ihre Vielfalt aus. Es wäre somit äußerst ungerecht, Moers gerade dafür abzustrafen. Moers neuste Geschichte hat es nicht eilig mit dem Spannungsbogen. Es ist ein ruhiger Vorlauf, alles wird vorgestellt, aber erst gegen Ende fließt es zusammen und es kommt zur Reaktion. Die Geschichte ist somit selbst ein alchemistisches Gebräu.
Das Ergebnis ist von guter Qualität, aber „Die Stadt der Träumenden Bücher“ hat doch eine Spur besser geschmeckt.
Fazit:
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