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Im Supermarkt warten die Brötchen in den Klappboxen auf ihre
Käufer. Im Inneren der Boxen sind die Brötchen gestapelt, einige hell, die
anderen dunkel. Angekettet hängt davor eine Zange. In Augenhöhe ist ein
Schild befestigt und bittet die Kunden die Zange zu verwenden.
Gestern wollte ich Brötchen einkaufen, aber es stand bereits
ein Mann vor der Brötchenbox. Ich musste warten und schaute ihm währenddessen bei dieser
Tätigkeit zu. Er nahm ein Brötchen nach dem anderen mit den Händen heraus oder schaut
es nur an und legt es wieder zurück. Selbst
als er bemerkte, dass ich ihn dabei beobachtete und unerfreut dreinblickte, schien
er sich keiner Schuld, bewusst zu sein.
Vielleicht ist es die Moderne und die Vergrößerung des Spalts
vom Ich zum Du, welche die Nutzung einer Zange erforderlich macht. Allerdings, was haben diese Handlanger davor gemacht? Was hatten sie an und in ihren Händen. Wann waren sie
zuletzt auf der Toilette? Was immer sich an ihren Händen abgelagert hat, ich möchte es nicht
mitessen.
Für eine wünschenswerte Hygiene ist diese Maßnahme
erforderlich, aber nicht an allen Orten der Welt ist dies Alltag. Die deutschen
Vorschriften sind streng, sie verhindern dafür aber auch Erkrankungen. Sollte
man sich demnach Gedanken machen, wo die Hände der Brötchenkäufer waren? Vor
ein paar Wochen war es eine betonverschmierte Hand, die sich in der Brötchenbox
umschaute. Gestern war es nur eine verschwitzte Hand. Was tun? Dreht man sich
jetzt um und geht, spricht man die Person an oder ist es längst egal, weil diese
nicht die erste ist, die sich nicht daran hält. Vielleicht ist auch das
Hinweisschild Schuld. Wäre es nicht da, würde der Regelbruch weit weniger
auffallen. Schnell wird das Vergehen jedoch durch das Hinweisschild sichtbar
und es wird zum Warnschild.
Unbestritten, Hygiene ist wichtig. Das Geschäft mit
Hygieneartikeln ist ein boomendes Geschäft. Allerdings haben die Käufer der
Hygieneartikel manchmal einen fast wahnhaften Zwang, die Hygiene
aufrechtzuerhalten. Der Mann verschwand mit den Brötchen zu
einem anderen Regal. Dann stand ich als einziger davor und fragte mich, an
welchen Stellen seine schwitzende Hand bereits gewesen war oder viel wichtiger,
wo sie in der Brötchenbox nicht war. Ich dachte diese Überlegung zu Ende und ging zu dem verpackten und geschnittenen
Brot.
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